Kupfer – dein Begleiter während der Regeneration

Kupfer - der Bestandteil vieler Enzyme

Kupfer ist ein essenzieller Bestandteil vieler Enzyme, die vor allen Dingen für den sportlich aktiven Menschen von großer Bedeutung sind. Es ist als Cofaktor von Enzymen unseres Eisenstoffwechsels, unserer mitochondrialen Atmungskette, unseres antioxidative Systems und der Synthese unseres Bindegewebes und unserer Katecholamine bedeutsam.


 

Gerade im Rahmen einer adäquaten Regeneration oder nach Verletzungen ist Kupfer maßgeblich an einem notwendigen Strukturumbau unserer Muskulatur, unseres Sehnengewebes und unserer anderen bindegewebigen Weichteile beteiligt und notwendig.

 

Grundsätzlich sollte Kupfer immer in einem bestimmten Verhältnis zu Zink stehen, da ein wichtiges antioxidatives Enzym, die Zink–Kupfer–Superoxiddismutase (SOD), beide Stoffe enthält. In der italienischen ilSIRENTE–Studie wurde nachgewiesen, dass über das Verhältnis von Kupfer zu Zink im Blut eine bedeutendere Aussage über die Wahrscheinlichkeit zur Entstehung einer Erkrankung gemacht werden kann, als durch die alleinige Spiegel-Bestimmung von Zink oder Kupfer.

 

Die Hauptfunktionen des Kupfers liegen in der Regulation der Eisenverwertung und der Hämatopoese (Blutbildung) unseres Körpers, indem Kupfer dafür sorgt, dass das mit der Nahrung aufgenommene Eisen in unseren roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) eingebaut wird. Kupfer katalysiert zweiwertiges Eisen zu dreiwertigem Eisen. Bei einem ausgeprägtem Kupfermangel kann es daher zu einer so genannten „mikrozytären Anämie“ kommen, von der vor allem junge Sportler häufig betroffen sind.

 

Als Bestandteil wichtiger antioxidativer Enzyme erfüllt Kupfer wichtige Funktionen in unserem Immunhaushalt bei der Entgiftung von freien Radikalen.

 

In der mitochondrialen Atmungskette ist es in Komplex IV ein entscheidendes Coenzym beim mitochondrialen Elektronentransport und in der ATP-Synthese und trägt somit entscheidend zu unserer Energieversorgung bei.

 

Durch eine Regulation der Quervernetzung von Kollagen und Elastin trägt es in unserem Bindegewebe, unserer Haut und in unserem Knochen- und Knorpelgewebe entscheidend und maßgeblich für einen funktionierenden und funktionellen Bewegungsapparat bei.

 

In unserem Nervensystem steuert Kupfer die Synthese von Myelin und in unserem Neurotransmitter-Haushalt schafft es die Grundvoraussetzung für die Synthese unserer Katecholamine (Adrenalin und nur Adrenalin).

 

Grundsätzlich kann bei Menschen ein Kupfermangel sehr viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Vor allem wären hier Anämie, eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Grauverfärbung der Haare und die Entstehung von Herzkrankheiten zu nennen.

 

Gerade bei sportlich aktiven Menschen können Schwäche, Müdigkeit, neurologische Störungen und Schlaflosigkeit die sportliche Leistungsfähigkeit mindern. Im Gewebe- und Knochenstoffwechsel können Bindegewebsdefekte bis hin zu Knochenfrakturen und Wachstumsstörungen auftreten.

 

Ein Kupfermangel ist weltweit sehr verbreitet.

Dies liegt vor allem daran, dass kupferreiche Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Leber oder Meeresfrüchte und Nüsse, in verschiedenen Ländern eher selten auf dem Speiseplan stehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Düngemittel kein Kupfer enthalten, was zu einer stetigen und zunehmenden Kupferauslaugung unserer Böden geführt hat. Dies hat laut eines britischen Reviews, das im Jahre 2007 im „Nutrition and Health“ veröffentlicht wurde zur Folge, dass seit 1940 der Kupfergehalt unterschiedlicher Lebensmittel stark abgenommen hat. Bei Milchprodukten sei der Kupfergehalt um circa 90 %, bei Gemüsen um 76 % und bei Fleisch um 55 % gesunken.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 1-1,5 mg Kupfer pro Tag aufzunehmen.

Im Sport allerdings kommt es zu höhergradigen Kupferverlusten über den Schweiß von bis zu 1 mg Kupfer. Da dies bereits der täglichen Einnahmeempfehlung der DGE entspricht, ist der Bedarf bei Sportlern an Kupfer deutlich höher anzusetzen!

Breitensport da sollten daher 0,5-2 mg Kupfer pro Tag einnehmen und Leistungssportler 1-4 mg Kupfer pro Tag. Die Einnahme sollte grundsätzlich 30 Minuten bis 1 Stunde vor den Mahlzeiten erfolgen.

Die beste orale Bioverfügbarkeit zeigen Kupfercitrat, -glukonat und -orotat.

 

Kupfer wird grundsätzlich gut vertragen und ist kein Mikronährstoff, der zu kritisch einzuschätzen ist. Dosierungen von bis zu 5 mg pro Tag sind unbedenklich. Das U.S. Food and Nutrition Bord hat beispielsweise die Obergrenze für den „tolerable upper intake level“ (UL) für einen gefahrlosen Kupferkonsum auf 10 mg pro Tag veranschlagt, in Deutschland sind es 5 mg.

Reichhaltige natürlich Kupferquellen sind Rinder – und Lammleber, Austern, Kakao oder dunkle Schokolade, Nüsse (v.a. Cashewkerne), Tintenfisch und Hummer.

 

 

Quellen:

 

Mutschler Arzneimittelwirkungen, Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, Mutschler et al., 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

 

Mikronährstoffe, Metabolic Tuning – Prävention – Therapie, U. Gröber, 3. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

 

Metabolic Tuning statt Doping, Mikronährstoffe im Sport, U. Gröber, Hirzel Verlag Stuttgart

 

Mikronährstoffe im Sport, M. Schauer, 1. Auflage 2020, Verlagshaus der Ärzte

 

Perfect Health Diet, Die sicherste Art sich zu ernähren, P. Jaminet & Shou-Ching Jaminet, 1. Auflage 2018, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart