Jod – der zentrale Baustein für deine Schilddrüsenhormone

Jodreiche Lebensmittel - Scholle, Krustentiere, Lachs etc.

Jodatome sind der zentrale Baustein der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Die Schilddrüsenhormone zählen zu den wichtigsten Hormonen unseres menschlichen Organismus und sind entscheidend für unsere Gesundheit.



 

 

T3 erhöht den Sauerstoff- und Energieverbrauch unseres Körpers und die Rate mit der Glukose produziert und in unser Blut ausgeschüttet wird. Außerdem erhöht es die Rate mit der die Fette von unseren Zellen zu Energiegewinnung verwertet werden. Auch unsere Herzfrequenz und die Stärke unseres Herzschlags wird durch T3 erhöht. Ein Mangel an Jod führt über eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu einer Absenkung unseres Grundumsatzes, wohingegen eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu einer Erhöhung unseres Grundumsatzes führt.

Außerdem wird die Produktion von Myelin und von Neurotransmittern sowie das Axonwachstum durch T3 stimuliert. Dies ist gerade bei der Entwicklung des Nervensystems bei Kleinkindern und Säuglingen von entscheidender Bedeutung.

 

Wichtige Funktionen erfüllt Jod auch in unserem Immunsystem. Hier agiert Jod als wichtiges Coenzym und aktiviert dadurch entscheidende Enzyme im Kampf unseres Organismus gegen Krankheitserreger.

In unserer körperlichen Entwicklung steuern die Schilddrüsenhormone das gesamte Körperwachstum und hier vor allen Dingen die Entwicklung unseres Gehirns und unserer Knochen, sowie die Zellteilung und die Zelldifferenzierung.

Außerdem werden über die Schilddrüsenhormone der Wärmehaushalt unseres Körpers reguliert und über die antioxidativen Kapazitäten findet eine Entgiftung von sogenannten freien Radikalen statt.

 

In Deutschland befinden wir uns grundsätzlich in einem endemischen Jodmangelgebiet. Entgegen der empfohlenen Zufuhr von circa 200 µg Jod täglich über unsere Lebensmittel, nehmen wir über jodiertes Speisesalz lediglich circa 100 µg pro Tag auf.

Über folgende Lebensmittel lässt sich der tägliche Bedarf von circa 200 µg Jod abdecken:

100 g Scholle, Krustentiere, Lachs, 100 g Dorsch oder Kabeljau, 200 g Makrele, Heilbutt, Hering oder Thunfisch, 500 mg Milch oder 5 g jodiertes Speisesalz.

 

Grundsätzlich haben Sportler und hier vor allem Ausdauersportler einen deutlich erhöhten Bedarf an Jod. Dies liegt begründet in den hohen Jodverlusten über den Schweiß. Pro Liter Schweiß befinden sich circa 40-50 µg Jod. Untersuchungen haben ergeben, dass über 70 % der Freizeit und Leistungssportler über eine verminderte Jodzufuhr verfügen, was zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und damit verbundenen Störungen des Energiestoffwechsels und Immunsystems führen kann. Typische Mangelsymptome sind Leistungseinbußen, chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit, schuppige, blasse und trockene Haut, ein deutlich gesteigertes Schlafbedürfnis, Konzentrationsstörungen und eine erhöhte Kälteempfindlichkeit.

 

Gute Rückschlüsse auf den körperlichen Jodstatus kann eine Messung der Jodausscheidung im Urin (Jodurie) ergeben. Der Normwert liegt laut WHO hier bei 100-200 µg/Liter.

Von einem leichten Jodmangel spricht man bei einem Wert von 50-99 µg/Liter, bei einem Wert von 20-49 µg/Litern von einem moderaten Jodmangel und bei einem Wert von unter 20 µg/Liter zeigen sich deutliche Hinweise auf einen schweren Jodmangel.

 

Nach Erfassung des Jodstatus sollen Breitensportler 50-200 µg Jod pro Tag und Leistungssportler 100-200 µg Jod pro Tag aufnehmen. Die Einnahme erfolgt optimaler Weise nach den Mahlzeiten. Eine Prophylaxe erfolgt über Jahre beziehungsweise sogar ein Leben lang.

 

Neben einer adäquaten Versorgung unseres Organismus mit dem Spurenelement Jod ist außerdem das Spurenelement Selen essenziell für unsere Schilddrüsenhormonsynthese. Daher befassen wir uns nächste Woche mit dem Thema Selen.

 

 

 

Quellen:

Biochemie des Menschen, F. Horn, G. Lindenmeier et al, 2. korrigierte Auflage, Thieme Verlag

 

Sport und Ernährung, Chr. Raschka, St. Ruf, 4., unveränderte Auflage 2018, Thieme Verlag

 

Mutschler Arzneimittelwirkungen, Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, Mutschler et al., 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

 

Mikronährstoffe, Metabolic Tuning – Prävention – Therapie, U. Gröber, 3. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

 

Metabolic Tuning statt Doping, Mikronährstoffe im Sport, U. Gröber, Hirzel Verlag Stuttgart

 

Mikronährstoffe im Sport, M. Schauer, 1. Auflage 2020, Verlagshaus der Ärzte

 

Perfect Health Diet, Die sicherste Art sich zu ernähren, P. Jaminet & Shou-Ching Jaminet, 1. Auflage 2018, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart