Phosphor: Phosphat – Aufbau der DNA & zellulären Energieversorgung

Phosphate - die Salze der Phosphorsäure

Phosphate sind die Salze der Phosphorsäure. Entdeckt wurde Phosphor bereits im Jahre 1669 von Hennig Brand.

Phosphorverbindungen sind essenzielle Mikronährstoffe und in zentralen Schnittstellen am Aufbau Deiner DNA und an Deiner zellulären Energieversorgung (z.B. ATP) beteiligt.

 

Der Phosphathaushalt ist unmittelbar mit dem Calciumhaushalt verbunden. Die Plasmaspiegel von Phosphat und von Calcium sind evolutionär festgelegt. Insgesamt teilen sich drei Hormone die Aufgabe den Calcium - und Phosphat-Spiegel in unserem Organismus konstant zu halten. Das bedeutet, dass der Calcium - und Phosphathaushalt nicht dem Einfluss unseres Gehirns unterliegen, sondern einem hormonellen und individuellen Regelkreis. Allerdings liegt das Hauptaugenmerk hier darauf, den Calciumspiegel zu regulieren, da der Calciumhaushalt in unserem Organismus konstant gehalten werden muss.

 

Das erste Hormon, das sogenannte „Parathormon“ (PTH), sorgt für eine kurzfristige Anhebung des Calcium-Spiegels im Blut. Ein PTH Anstieg erfolgt in der Regel in der Nacht und führt zu einer vermehrten Calcium Mobilisation aus dem Hauptspeicherort des Calciums, nämlich aus unseren Knochen. Dies führt zu einer vermehrten Ausscheidung von Phosphat sowie Calcium.

 

PTH aktiviert das zweite Hormon, dass „Calcitriol“. Die Hauptaufgabe des Calcitriol ist es, wieder für eine vermehrte Aufnahme von Calcium und Phosphat über den Darm zu sorgen.

 

Und schließlich sorgt als drittes Hormon das „Calcitonin“ dafür, dass der Calcium -Spiegel im Blut wieder sinkt, in dem das Phophat und das Calcium wieder in den Knochen, also in den Speicherort eingebaut werden.

 

Unser Organismus verfügt über circa 700 g Phosphorbestand wobei dieser größtenteils als Phosphat vorliegt. Nur 1 % unseres Phospathaushaltes befindet sich im Extrazellulärraum, 85% hingegen werden gemeinsam mit Calcium im Knochen gespeichert. Die restlichen 14% befinden sich intrazellulär also innerhalb unserer Zellen.

 

Doch welche Aufgaben erfüllt das Phosphat? Zum einen, wie schon erwähnt, ist es für die Knochenmineralisation und die Aufrechterhaltung unseres Calcium-Spiegels notwendig, zum anderen ist es Bestandteil von Phospholipiden, Nukleinsäuren (z.B. DNA) und außerdem Bestandteil eines sogenannten „second messenger“, dem cAMP (zyklisches Adenosinmonophosphat), das als Signalüberträger eine wichtige Funktion in der Kommunikation mit unseren Zellen hat. Eine ganz entscheidende Funktion kommt dem Phosphat in unserem Energiestoffwechsel zu, denn hier dient es als Energieüberträger in Form von ATP (Adenosintriphosphat).

 

Die Aufnahme von Phosphat erfolgt ähnlich wie die des Calciums über unsere Nahrung, die Ausscheidung erfolgt anders als beim Calcium vor allen über die Nieren. Hier werden 90% des Plasmaphosphats filtriert, von denen dann etwa 80% wieder rückresorbiert werden.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Jugendliche im Wachstum 1200mg Phosphat pro Tag, Erwachsene sollten eine tägliche Menge von circa 700 mg aufnehmen.

Schwangere haben wiederum einen etwas erhöhten Bedarf von 800 mg Phosphat pro Tag.

 

Phosphat ist in nahezu allen Lebensmitteln enthalten. Daher ist eine gezielte Substitution in einem normalen und alltäglichen Leben nicht zwingend notwendig. Grundsätzlich gilt, dass je mehr Eiweiß in tierischen oder pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind, desto mehr Phosphat ist aufgrund eines erhöhten Lecithin Spiegels, das wiederum als Phosphorlieferant dient, darin auch enthalten.

 

Leider ist Phosphat auch in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln in Form von Stabilisatoren, Emulgatoren oder Trennmittel vorhanden. Erkennen könnt ihr dies unter den sogenannten E–Nummern: E338, E339, E341, E343, E450, E451, E452, E1410, E4112, E1413, E1414 und E1442.

Bei diesen Lebensmitteln handelt es sich größtenteils um Fast-Food oder Fertiggerichte, um Wurstwaren, Schmelzkäse und andere Produkte, die man auch als „Industrie-Lebensmittel“ bezeichnet und grundsätzlich nicht die Grundlage einer gesunden Ernährung darstellen sollten.

 

 

 

Quellen:

Biochemie des Menschen, F. Horn, G. Lindenmeier et al, 2. korrigierte Auflage, Thieme Verlag

 

Mutschler Arzneimittelwirkungen, Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, Mutschler et al., 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart