Vitamin B1 – für deinen Energiestoffwechsel

Sonnenblumenkerne - Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1 (Thiamin)

Für die Entdeckung der Vitamin B1 Mangelkrankheit erhielt Christiaan Eijkmann 1929 den Nobelpreis für Medizin. Im Jahre 1936 wurde die chemische Struktur durch R. Williams und R. Greve aufgeklärt und anschließend synthetisiert.

1952 wurde durch eine japanische Forschergruppe das fettlösliche Thiamin-Prodrug Benfothiamin entdeckt, das hohe Thiaminspiegel im Organismus erreichen lässt.

Vitamin B1 kommt in folgenden Nahrungsmitteln vor:

  • Bierhefe 12mg/100g
  • Weizenkeime 2mg/100g
  • Sonnenblumenkerne 1,9mg/100g
  • Schweinefleisch 0,9mg/100g
  • Bohnen 0,8mg/100g
  • Haferflocken 0,59mg/100g 


Vitamin B
1 ist hitzeempfindlich und durch Kochen zu ca. 30% zerstört.

Da es wasserlöslich ist, geht ein Teil im Kochwasser verloren

In rohem Fleisch und Farnen zerstört das dort vorhandene Enzym Thiaminase das Thiamin.

  

Thiamin hat vor allem eine zentrale Schrittmacherfunktion im zellulären Energiestoffwechsel inne.

Das Vitamin ist gemeinsam mit dem Vitaminoid Alpha-Liponsäure als wichtiges Coenzym des Enzyms Pyruvatdehydrogenase (PDH) für die Einschleusung von Kohlenhydraten und Aminosäuren-Abbau-Zwischenprodukten in den Citratzyklus verantwortlich und decarboxyliert hier das Pyruvat zu Acetyl-CoA.

Außerdem hemmt es Proteinglykosilierung (AGE-Bildung) und steuert die Erregung und Reizleitung im zentralen und peripheren Nervensystem (ZNS und PNS).

Im Aminosäurestoffwechsel hat es eine Schlüsselfunktion im Abbau der verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA´s) L-Leucin, L-Valin und L-Isoleucin und sorgt somit für eine ausgewogene Aminosäurebilanz.

Ein Vitamin B1 Mangel kann sich durch allgemeine Mangelsymptome, wie Appetitlosigkeit, Depressionen, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit bemerkbar machen.

Beim Sportler können durch eine fehlende Aktivierung der Pyruvatdehydrogenase ein Anstieg des Pyruvat- und folglich auch des Lactatspiegels messbar werden, da der Stoffwechselweg in den Citratzyklus gestört ist. Weitere Folgen können ein Leistungsknick bei verminderter ATP-Produktion sein.

 

Laut D-A-CH sollten Jugendliche und Erwachsene ca. 1-1,3 mg

Vitamin B1 täglich zu sich nehmen, Schwangere und Stillende aufgrund eines höheren Bedarfes ca. 1,3 mg/Tag.

Die Empfehlungen in der Mikronährstoff-Medizin liegen mit

5-20 mg zur allgemeinen Prävention hier deutlich höher.

Dies liegt in der Bioverfügbarkeit von oral verabreichten Thiamin begründet.

Zum einen wird Thiamin über einen aktiven und natriumabhängigen Transport resorbiert, bei dem das Transportlimit bei 5-10mg liegt. Zum anderen wird Thiamin bei höheren Dosen über eine sogenannte passive Diffusion resorbiert, wobei hier die Bioverfügbarkeit von 50mg oral verabreichtem Thiamin bei nur 5% liegt.

Die Einnahme von Vitamin B1 sollte zwischen oder zu den Mahlzeiten erfolgen und die Dosierung über den Tag verteilt werden.

 

Bei bestimmten Erkrankungen sind ggf. höhere Dosierungen möglich, z.B. bei Immunerkrankungen (AIDS, HIV-Infektionen), Alzheimer Demenz, Burnout, Diabetes mellitus und der diabetischen Polyneuropathie, bei Stress, Rauchen und bei chronischem Alkoholabusus.